Die Gestalt des Monuments auf dem Heldenplatz stellt in äußerster
Reduktion die Tektonik der benachbarten Baukörper dar. Seine Ausrichtung
ist an den Achsen der bestehenden architektonischen Ordnung orientiert.
Das Denkmal, aus massivem, dunklem Stahl gefertigt, gewährt durch
die Distanz der zwei Blöcke zueinander einen Durchblick, der trotz
der Schwere etwas wie Transparenz ermöglicht. Dieser Zwischenraum
wird durch die Zuwendung von beiden Seiten gebildet. Er kann als Raum
der Begegnung und Versöhnung gedeutet werden. Der Aufbruch der undurchdringlichen
und unbeweglichen Massen ist ein wesentlicher Bestandteil des Denkmals.
Er nimmt ihm alles Heroische, das ein übermannshoher altarähnlich
geschlossener Block haben könnte.
Neben den mächtigen Prunkbauten des Heldenplatzes kommt der Zweiteiligkeit
des Denkmals besondere Bedeutung zu. Die beiden einander zugewandten Blöcke
stellen ein Gegenüberstehen dar, das individuell persönlich
oder gesellschaftlich politisch verstanden werden kann. Als Haltung von
Angehörigen angesichts des Todes eines geliebten Menschen, als Haltung
der Exekutive angesichts einer äußersten Konsequenz des Dienstes,
als Haltung der Gesellschaft angesichts bestehender Gewalt.
Mit der Errichtung der Großplastik auf dem Wiener Heldenplatz stellte
sich der Bildhauer Florian Schaumberger der Herausforderung, eine zeitgenössische
Skulptur für eine architektonisch wie historisch sensible Fläche
des öffentlichen Raumes zu schaffen. Skulptur und Platzgestaltung
wurden als Siegerprojekt eines geladenen Wettbewerbes unter Jury-Vorsitz
von Prof. Edelbert Köb (Museum Moderner Kunst, Wien) in enger Kooperation
mit Arch. DI Christian Lintl realisiert. Als Denkmal der Exekutive ist
das Monument den seit 1945 im Dienst getöteten Polizisten und Gendarmen
gewidmet und wurde im Juni 2002 von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil
und Innenminister Dr. Ernst Strasser enthüllt.
Die in mehrmonatiger Bauzeit von der Firma MCE-VOEST in Linz hergestellte
Großplastik wurde vom Projektträger Kuratorium Sicheres Österreich
unter Präsident Mag. Michael Sika in Auftrag gegeben und aus Spendengeldern
finanziert. Das Monument besteht aus 50 mm starken, verschweißten
und gefrästen Stahlplatten. Das Gesamtgewicht der Skulptur, deren
Oberfläche mit einem eigens entwickelten Korrosionsschutz-Verfahren
behandelt wurde, beträgt 25 Tonnen.
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